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Bäckerei
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Wie sieht ein Arbeitstag in der Bäckerei aus?
Die Menschen mit Behinderung, die in der Bäckerei arbeiten,
tragen Arbeitskleidung. Vorher duschen viele von ihnen in
der 2 Häuser weiter liegenden Werkstatt, und alle ziehen
sich um und haben ein eigenes Schließfach. Um den Kontakt
nicht mit den anderen zu verlieren, nehmen sie an dem Frühsport
in der Werkstatt teil. Anschließend gehen sie in die
Bäckerei und besprechen gemeinsam mit ihrer Anleiterin
die anfallenden Arbeiten und die zu backenden Rezepte. Diese
werden auf der Tafel notiert und die Aufgaben verteilt. In
der Bäckerei können auch nicht alle lesen, d.h.
es wird zum Teil mit Bildrezepten gearbeitet.
Meist
müssen zwei zum Markt gehen, um etwas einzukaufen. Dabei
wird darauf geachtet, dass einer von beiden mit Geld umgehen
und einigermaßen rechnen kann. Am Markt gibt es eine
Kontrollstelle, und die Mitarbeiter mit Behinderung haben
gelernt, dort z.B. ihren Käse, den sie meist für
gefüllte Käsetaschen ("empanadas de queso")
kaufen, nachwiegen zu lassen. Außerdem haben sie ihre
Stammverkäufer, die sie kennen und bei denen sie "nicht
über das Ohr gehauen" werden. Ist das doch einmal
der Fall, so schaltet sich sofort die Anleiterin ein und geht
zu der entsprechenden Marktfrau, um zu reklamieren. Es ist
ein großer Fortschritt, dass die Behinderten meist alleine
einkaufen können. Ebenso haben alle ein oder zwei Lieblingsrezepte.
Bei anderen Rezepten benötigen sie dann mehr Anleitung
und Kontrolle. Täglich werden Plätzchen auf einer
nahegelegenen "plaza" an einem kleinen mitgebrachten
Tisch verkauft, womit auch auf die Bäckerei aufmerksam
gemacht werden soll.

In
der Bäckerei findet nachmittags, soweit es die Bestellungen
erlauben, auch eine Art individueller Förderung statt.
Dabei wird das Rechnen geübt, der Umgang mit der Waage,
Lesen und Schreiben. Die Jugendlichen der Bäckerei sind
insgesamt etwas leichter behindert als die meisten der in
der Werkstatt betreuten. Sie sind schon vorher in der Werkstatt
gefördert worden und haben schon viel Selbständigkeit
erlernt. Mittwoch nachmittag betreuen sie alleine das Café,
während ihre Anleiterinnen bei einer Fortbildung und/oder
Besprechung in der Werkstatt sind. Falls es ein Problem gibt,
kommen sie vorbei. Jeder der Mitarbeiter mit Behinderung in
der Bäckerei macht einmal in der Woche Cafédienst
zusammen mit einer der beiden Anleiterinnen. Am Ende des Monats
bekommt jeder sein Gehalt ausgezahlt; Fehltage werden abgezogen.
Es gibt Anwesenheitslisten, in die sich jeder einträgt.
Die Behinderten sollen lernen, ihre eigenen Arbeitsfähigkeiten
einzuschätzen und auch, dass man pünktlich kommen
muss, um keinen Gehaltsabzug zu bekommen. Über ihr eigenes
Geld sind sie sehr froh. Einige sparen es. Andere möchten
sich damit etwas einkaufen, z.B. Kleidung oder Schuhe. Teilweise
geben sie es zur Unterstützung an ihre Familie oder kaufen
sich davon etwas zu Essen auf der Straße. Man merkt,
wie glücklich sie über ihren Verdienst sind, da
sie noch nie vorher in ihrem Leben Geld besaßen.

Für
die Öffentlichkeitsarbeit finden regelmäßig
Ausstellungen in dem Caféraum statt, entweder von Arbeiten
der Werkstattjugendlichen oder von Heimatkünstlern, meist
Malern. Es erfolgt auch eine Ankündigung im Kulturkalender
der Stadt.
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Derzeitige
Bäckereimitarbeiter:
Ricardo, Susana, Eduardo, Ariel.
Es fehlen Ximena und die Anleiterinnen |
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